Pädagogisches Konzept

1. Grundsätzliche Überlegungen

Gemeinsamer Unterricht von SchülerInnen mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf geht von dem Grundsatz „Eingliederung statt Ausgliederung“ aus.
D.h. alle SchülerInnen sollen die Möglichkeit haben, in einer Schule zu lernen und in einem gemeinsamen Klassenverband unterrichtet zu werden.
Damit alle SchülerInnen individuell gefördert und gefordert werden können, arbeiten RegelschullehrerInnen, FörderschullehrerInnen und SozialpädagogInnen eng zusammen.
Dadurch wird versucht, eine bestmögliche Unterstützung jedes Einzelnen zu gewährleisten.
Das Spektrum individueller Lernziele kann hierbei vom Erwerb lebenspraktischer Kompetenzen bis hin zum erfolgreichen Abschluss der gymnasialen Oberstufe reichen.
Alle , sowohl SchülerInnen mit als auch ohne Förderbedarf erfahren im GU verstärkt einen Aufbau ihrer sozialen Kompetenzen, indem sie lernen, sich zu akzeptieren, zu respektieren und sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen.

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2. Klassenbildung

Die GU-Klasse des jeweiligen Jahrgangs setzt sich aus 6 Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf und 18 sogenannten Regelschülerinnen und -schülern zusammen. Die Eltern der Regelkinder werden gefragt, ob sie der Aufnahme ihres Kindes in die GU-Klasse zustimmen. Die Klassenbildung bei den Regelkindern erfolgt nach den gleichen Kriterien wie in den übrigen Klassen, d.h. es wird auf eine gleichmäßige Verteilung von Mädchen und Jungen, von Kindern mit Migrationshintergrund und Leistungsfähigkeit geachtet. Für die Förderkinder gelten gesonderte Regeln:vorrangig werden Förderkinder der 4. Klasse der Grundschule Dünne aufgenommen

es wird auf eine wohnortnahe Beschulung geachtet

eine Mischung von Förderschwerpunkten wird angestrebt

bei freien Plätzen ist ein Seiteneinstieg möglich.

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3. Einsatz von Lehrern und Sozialpädagogen

Das Klassenlehrerteam der GU-Klasse besteht in der Regel aus der Klassenlehrerin, dem Klassenlehrer, dem/der FörderschullehrerIn. Der/die SozialpädagogIn unterstützt die pädagogische Arbeit des Klassenlehrerteams. Der Einsatz sowohl von Klassen- als auch von FachlehrerInnen geschieht nach dem Prinzip der Freiwilligkeit. Für den Unterricht in der GU-Klasse ist eine weitgehende Doppelbesetzung notwendig, die in der Regel durch den/die FörderschullehrerIn erfolgt, aber auch durch RegellehrerInnen oder durch den/die SozialpädagogIn erfolgen kann.

Teamarbeit ist in der GU-Klasse unerlässlich. Die gemeinsam festgelegten Ziele finden ihren Niederschlag in den individuellen Förderplänen für die Förderkinder. Der Unterricht wird gemeinsam geplant, dabei wird darauf geachtet, die Inhalte für Regel-und für Förderkinder so weit wie möglich aufeinander abzustimmen. Die Entscheidungen über unterschiedliche Formen des integrativen Lernens trifft auch das Team. Für gemeinsame Absprachen ist es notwendig, dass eine Teamstunde im Stundenplan fest verankert wird. Als Ausgleich für besondere Belastungen erhalten die Mitglieder des Klassenlehrerteams im Jahrgang 5 eine, in den weiteren Jahrgängen jeweils eine halbe Stunde Entlastung.

Kontakte zu Eltern, der abgebenden Grundschule und zu weiteren außerschulischen Einrichtungen werden ebenfalls im Team abgestimmt.

Der/die SozialpädagogIn unterstützt die Arbeit in den Klassen, indem sie/er z.B. als Doppelbesetzung im Unterricht eingesetzt wird oder indem einzelne Kinder oder kleine Gruppen gefördert werden. Sie/er macht nach Bedarf Pausenangebote für die Förderkinder und unterstützt die LehrerInnen bei der Elternarbeit.

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4. Raumsituation

Die Schule stellt für alle Klassen des GU neben dem normalen Unterrichtsraum einen Differenzierungsraum zur Verfügung. Diesen Raum teilen sich je zwei Klassen. Damit wird dem besonders hohen Differenzierungsbedarf der Klassen im GU Rechnung getragen. In diesem Raum können Differenzierungsgruppen unterrichtet werden oder er steht für Gruppenarbeit zur Verfügung.

Die EKG Bünde ist weitgehend behindertengerecht eingerichtet, d.h. der Zugang zu den Fachräumen ist auch für Rollstuhlfahrer möglich. Fahrstuhl, Rampen und ein behindertengerechtes WC (?) sind vorhanden.

Falls die Fördersituation es erfordert, werden Klassen- und Gruppenraum rollstuhlgerecht angelegt.

Die Klassen sollen ebenfalls an die Bedingungen des schülerorientierten Unterrichts angepasst ausgestattet werden.

Die Teestube der Schule steht zu bestimmten Zeiten ausschließlich den Förderkindern zur Verfügung.

Zusätzlich wurde ein Motopädieraum eingerichtet.

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5. Ausgestaltung

Organisation
Für die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf hat unsere Schule feste Rahmenbedingungen und ein bestimmtes Stundenvolumen von Förderschullehrern und Sozialpädagogen.

In je einer Klasse jedes Jahrgangs der S1 werden Schüler mit und ohne Förderbedarf gemeinsam unterrichtet und gefördert.

Der Unterricht orientiert sich an der Unterschiedlichkeit der Schüler, an der Feststellung des Förderbedarfs, an den Richtlinien der Gesamtschule und an denen der verschiedenen Förderschultypen.

Für den gemeinsamen Unterricht sind zwei Lehrer / Sozialpädagogen verantwortlich. Ausnahmen sind nach persönlicher Absprache mit den betroffenen Klassen- und Fachlehrern möglich.
Um eine erfolgreiche Arbeit zu gewährleisten, sollten sich – wenn irgend möglich – Kollegen freiwillig für den Unterricht im GU entscheiden und bereit sein, im Team zu arbeiten.

Im Stundenplan ist für jede GU-Klasse eine Teamstunde ausgewiesen.

Stärkung der sozialen und emotionalen Entwicklung
Bei der Gestaltung des Unterrichts sowie allen weiteren schulischen Aktivitäten in den Klassen wird ein starkes Augenmerk auf die Stärkung der sozialen Kompetenzen gelegt. Die verstärkte Besetzung der Klassenleitungen ermöglicht es, die emotionale und soziale Entwicklung der SchülerInnen im Auge zu behalten.

Für eine angenehme Lernatmosphäre sind Maßnahmen zur Stärkung der sozialen und emotionalen Entwicklung wichtig.
Als Beispiele seien hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit folgende Maßnahmen genannt:
-Es sollen in den Pausen Orte geschaffen werden, an denen sich die
Förderschüler zu Hause fühlen und stärken können.
-Ältere Schüler sollen Patenschaften übernehmen und damit
Hilfestellung bei Konflikten anbieten.
-Durch die Verstärkung der Klassenleitungsteams können die Schüler auf
vielfältige Gesprächs- und Beratungsmöglichkeiten zurückgreifen.
-Die Anzahl der verschiedenen Fachlehrer soll möglichst gering gehalten
werden.

Unterricht
Den Zielen des GU entsprechend soll den Schülern und Schülerinnen soviel gemeinsamer Unterricht wie möglich erteilt werden.

Das erfordert Unterrichtsmethoden, die den unterschiedlichen Lerntempi und –formen Rechnung tragen. Der Frontalunterricht ist nicht überflüssig, darf aber nur einen kleinen Anteil haben. Daneben müssen Formen des offenen, schülerorientierten und binnendifferenzierten Unterrichts praktiziert werden. Dazu gehören Projektarbeit, verschiedene Formen der Gruppenarbeit, Wochenplanarbeit, Lernen an Stationen, Portfolioarbeit, Werkstattunterricht, Gruppenpuzzle, Selbsteinschätzungsbögen, Freiarbeit und natürlich Einzelarbeit an differenzierten Aufgaben.

Mit diesen Arbeitsformen soll (zielgleiches und zieldifferentes) Lernen auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus mit unterschiedlichen Vermittlungsformen an gemeinsamen Gegenständen ermöglicht werden. Sie sollen ermöglichen, dass jeder Einzelne mit seinen eigenen Mitteln lernt , dass jeder in Kontakt, Rückkopplung und Auseinandersetzung mit anderen Schülern lernen kann.
Lernen ist dann einerseits vom Entwicklungsstand und der Biografie des Einzelnen abhängig, andererseits ergibt sich durch den „gemeinsamen“ Unterricht, durch kooperative Tätigkeiten am gemeinsamen Gegenstand eine Zusammenarbeit sowie gegenseitige Anerkennung und Wertschätzung.

Lernerfolg kann sich insbesondere einstellen, wenn in einer guten Lernatmosphäre mit Spaß am Lernen die Lernbereitschaft wächst. Dies gilt für jeden Unterricht, im GU und bei den o.g. Lernformen besonders, da diese Lernformen verstärkt auf die Mitarbeit und die Selbstverantwortung jedes Schülers setzen.

Zu Beginn der 5. Klasse findet der gesamte Unterricht in dieser Form statt. Im Verlauf der Sekundarstufe I muss immer wieder neu entschieden werden, in welchen Fächern davon abweichend eine äußere Differenzierung erforderlich ist. Wie viel Unterricht so erfolgt, muss in der konkreten Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Umständen festgelegt werden. Hierfür gibt es keine allgemeingültigen, fertigen Konzepte. Äußere Differenzierung ist dann erforderlich, wenn die Lernziele der Förderschüler zu weit von denen der Regelschüler abweichen und keine Basis für ein gemeinsames Lernen zu finden ist.
Je nach Lernvermögen der Schüler wird dies insbesondere in den Fächern Englisch, Mathematik und Naturwissenschaft genau zu beobachten sein.
Die so gewonnene Unterrichtszeit kann z.B für lebenspraktische Übungen genutzt werden, die sich sonst im schulischen Alltag schwer unterbringen lassen.

Berufsorientierung
Auch der Bereich der Berufsorientierung soll für die Förderschüler einen breiten Raum einnehmen. Gemeinsam mit anderen Sch werden an unserer Schule Erfahrungsräume geschaffen, die es ihnen ermöglichen, den Umgang mit berufspraktischen Tätigkeiten im geschützten Raum der Schule zu üben. Dies soll u.a. im Rahmen einer zu gründenden Schülerfirma geschehen.

An diesem Konzept wird z.Zt. gearbeitet.

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6. Kooperation mit der Grundschule Dünne

Da die EKG im Gemeinsamen Unterricht vorrangig die Förderschüler und Förderschülerinnen der GS Bünde-Dünne aufnimmt, besteht hier eine enge Kooperation:September/Oktober: Erste Kontaktaufnahme durch den Koordinator GU zu Beginn des Schuljahres. Information über die Förderkinder, die evt. Zur EKG wechseln wollen und deren Förderbedarfe.
Evt. Hospitation im Unterricht der Klasse 4.November/Dezember: Vertreter der GU-Grundschulen und der GU-Sek.1-Schulen treffen sich im Schulamt. Vorstellung aller GU-Förderkinder im Kreis Herford und deren schulische Perspektive.
Zuordnung der Förderkinder zu den aufnehmenden Schulen.

Januar/Februar: Besuch der gesamten GU-Klasse in der EKG mit Hospitation im Unterricht und Führung durch die Schule.
Offizielle Anmeldung durch die Eltern.

Mai/Juni: Hospitation der zukünftigen Klassenlehrer/innen im Unterricht der GU-Klasse Bünde-Dünne.

Juni/Juli: Kennenlerntag für alle Schüler/Schülerinnen des zukünftigen 5.Jahrgangs an der EKG.

Zusätzlich sind nach Vereinbarung weitere Hospitationen sowohl für Eltern von Förderkindern wie auch für die Förderkinder selbst möglich.
Ebenso können jederzeit Beratungsgespräche vereinbart werden.

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7. Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Zusammenarbeit mit den Eltern besonders der Förderkinder ist ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit im Gemeinsamen Unterricht.

Wesentliche Elemente von Elternarbeit sind:Gespräche über die Förderpläne.

Verständigung über Förderziele und Vereinbarungen über die aktive Mitarbeit der Eltern zum Erreichen der Ziele. (Zielvereinbarungsgespräche)

ElternsprechtageWeitere Bestandteile von Elternarbeit können sein:Hausbesuche zu Beginn des Schuljahres und darüber hinaus.

Telefonische Kontakte

Beratung bezüglich der Inanspruchnahme außerschulischer Institutionen.Hospitationen der Eltern im Unterricht.

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09/2009 EH,KÖ,SU,WN