Allegorien im Jugendstil


Kunstkurs des elften Jahrgangs der Erich-Kästner-Gesamtschule präsentiert Wandbilder

Die Künstler und ihre Arbeiten: Die Schüler des Kunstkurses Jahrgang 11 der Erich Kästner-Gesamtschule schufen vier großformatige, verspielte Wandbilder mit Jugendstilallegorien. FOTO: K.-H. TITTEL

VON KARL-HENDRIK TITTEL

Bünde-Ennnigloh. Mond und Sonne, hell und dunkel, gut und böse – es sind die uralten Gegensätze des Lebens, die im Bild „Die Philosophie“ dargestellt sind. „Wir haben uns diesem Thema mit Komplementärfarben und hell-warmen Kontrasten genähert“, sagt Sinan Kelkit. Der Kunstkurs des elften Jahrganges der Erich Kästner-Gesamtschule Bünde präsentierte jetzt seine jüngst geschaffenen Arbeiten.
Dabei handelt es sich um vier großformatige und verspielte Wandbilder mit Jugendstilallegorien. Die Bilder sind allesamt hochformatig gehalten und 2,20 mal 1,40 Meter groß. Verwendet wurden Dispersionsfarben. Die Allegorien heißen „Die Biologie“, „Musik und Tanz“, Die Philosophie“ und „Die Kunst“ – alles Disziplinen, die auch an der Bünder Gesamtschule gelehrt werden.
Die Arbeiten sind mit Symbolen und Ornamenten reich verziert und besonders die Werke „Tanz und Musik“ und „Die Biologie“ weisen die für den Jugendstil typischen floralen Muster und geschwungenen Linien auf. „Ob Totenkopf oder Engelsflügel, Rosenranke oder Zellstrukturen – jedes Detail hebt die Besonderheiten des jeweiligen Faches hervor“, sagt Kunstlehrerin Christine Hoffmann. Dabei seien die Details mal organisch gewachsen und mal detailliert oder kontrastreich, eine tolle Leistung der Schüler. Und die hatten an diesem nicht ganz so einfachen Projekt ihre Freude.
„Es war nicht so einfach, das Ornament auszumalen, da es sehr filigran ist, aber es hat sehr viel Spaß gemacht“, sagt Hendrik Höner, der an der Allegorie „Tanz und Musik“ mitarbeitete. Ähnlich sah es Tina-Marie Boenisch: „Die richtige Wahl der Farben musste gut überlegt sein.“ Die Bilder entstanden in Teamarbeit, jeder Schüler hatte eine andere Aufgabe, die er sich widmete. Projekt begleitend setzten sich die Jugendlichen mit der Zeit um die Jahrhundertwende, dem Jugendstil sowie den Techniken der Bildanalyse auseinander.
„Es entstehen jedes Jahr tolle Projekte aus unserem Kunstbereich, die auch ausgestellt werden“, sagt der stellvertretende Schulleiter Friedhelm Heckemeyer. Das soll auch mit den Arbeiten des Kunstkurses geschehen. „Wahrscheinlich werden sie im Foyer des E-Traktes zu sehen sein“, so Hoffmann. Beteiligt an den Arbeiten waren: Tina-Marie Boenisch, Isabell Brennemann, Jan Luca Brüggemann, Nader El-issa, Jonas Grewe, Hendrik Höner, Maxi Jahn, Gökhan Kaya, Sinan Kelkit, Michaela Klette, Fathi Köker, Tim Samson, Maria Schiebert, Tim Spiekermann und Yunus Yesil.

Keine geschlossene Bewegung

Der Jugendstil ist eine kunstgeschichtliche Epoche um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Diese Richtung wird mitunter auch „art nouveau“, Modern Style, Modernisme, Stile Liberty, Reformstil oder Wiener Secession genannt. Äußerlich kennzeichnende Teile oder Elemente des Jugendstils sind dekorativ geschwungene Linien sowie flächenhafte florale Ornamente und die Aufgabe von Symmetrien. Der Jugendstil stellt aber keine wirklich geschlossene Bewegung dar.
Es handelt sich um eine Reihe von teilweise auch sehr abweichenden Strömungen innerhalb Europas, deren gemeinsames Merkmal allerdings in der Abkehr vom Historismus zu finden ist; also der Ablehnung der bis dato gängigen Praxis der Nachahmung historisch überlieferter Formvorbilder.

Allegorien im Jugendstil - ein Kunstprojekt in Jahrgang 11

© Erich Kästner-Gesamtschule (Peter Gärner)