Wie aus Fallobst klimafreundliche Kohle wird

Reflektierend: Mit einer Lampe beleuchtet LenaTiemann weiße Dachziegel.

„Jugend forscht“: Erich-Kästner-Gesamtschule ist mit vier Schülern vertreten

Bünde (me). Von weißen Dachziegeln bis zu „grüner“ Kohle. Die Bandbreite der Themen ist groß. Vier Schüler der Erich Kästner-Gesamtschule haben sich bei „Schüler experimentieren“ angemeldet.
Beim Regionalwettbewerb möchte Lena Tiemann zeigen, warum weiße Dachziegel die Erderwärmung bremsen können. „Eine aufgeheizte dunkle Dachpfanne gibt im Sommer mehr Strahlung ab als eine weniger aufgeheizte weiße Dachpfanne“, sagt die Zehntklässlerin. Weiße Dachziegel reflektieren das eintreffende Sonnenlicht und verhindern so eine Absorption der Wärmestrahlung. „Das würde verhindern, dass sich im Sommer Häuser so stark aufheizen, dass es einer Kühlung mit Klimaanlage bedarf“, erklärt Lena. Mit einer handelsüblichen Lampe hat sie einen weißen und einen roten Dachziegel bestrahlt. Die Messung mit dem Luxmeter bringt den Beweis: „Der rote Ziegel hat Licht mit einer Stärke von 700 Lux reflektiert, der weiße Ziegel 2.000 Lux“, so die 15-Jährige.
Die Idee der Schülerin ist nicht neu: US-Energieminister und Physik-Nobelpreisträger Steven Chu machte bei einem Vortrag in London eine Rechnung auf: Würden weltweit alle Dächer weiß gestrichen, sparte das in 20 Jahren so viel Treibhausgase, wie auf der Welt in einem Jahr produziert werden.

Junge Forscher: René, Sandra und Celine wollen herausfinden, ob sich mit einem automatischen Bewässerungssystem Wasser sparen lässt.

Ebenfalls um den Klimaschutz geht es in dem zweiten Projekt der jungen Forscherin aus der zehnten Klasse: Aus Bioabfällen klimafreundliche Kohle zu gewinnen. In einem Versuch hat sie überprüft, ob das funktioniert und zwölf Stunden lang 1.100 Gramm Fallobst auf dem Herd erhitzt. Ihr Ergebnis: „Viel Energieaufwand und Gestank, wenig gewonnene Energie“, sagt sie und zeigt auf eine braune Masse in dem Topf. Chemie-Lehrer Jochen Dilger ist dennoch überzeugt: „Unter professionellen Bedingungen, zum Beispiel in einem stillgelegten Atomkraftwerk, lässt sich aus Bioabfällen sicherlich Kohle gewinnen.“
In einem dritten Projekt beschäftigen sich René Mathemeier, Sandra Obernolte und Celine Tücke mit einer Bewässerungsanlage für Gewächshäuser. „ Wir wollen herausfinden, ob sich mit unserem automatischen System, das die Feuchtigkeit in der Erde über Sensoren misst, Wasser sparen lässt oder das Gießen mit der Kanne effektiver ist“, so die Schüler.

© Erich Kästner-Gesamtschule (Peter Gärner)