Ein neues Dach für den Sport
Erster Spatenstich für Dreifachhalle am Schulzentrum Nord / Schulen freuen sich auf den Herbst 2010
Vierfach hält besser: Beim ersten Spatenstich für die neue Dreifachhalle am Schulzentrum Nord assistierten dem Stadtoberhaupt gleich drei kräftige Männer. Links Friedhelm Heckemeyer, rechts Peter Speckmann, 2. von links Farzin Tawalalli (Beide vom städtischen Gebäudemanagement) und mitten drin Anett Kleine-Döpke-Güse. FOTOS: PAUL PRÖTER
Open Air reloaded: Mit einer Freiluft-Sportstunde hatte Gerd Balsbering (r.) im Winter 07/08 auf die Hallenprobleme der Kästner-Gesamtschule aufmerksam gemacht. Und bei Sonne lief's gestern noch besser.
VON PAUL PRÖTER
Bünde. Als sich Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse auf den ersten Spatenstich für die neue Dreifachsporthalle am Schulzentrum Nord vorbereitete, ließ sie die Vorgeschichte des Projektes Revue passieren. Das Ergebnis war nicht ganz befriedigend. Gestern Morgen sprach das Stadtoberhaupt davon, dass wohl keine andere Projekt-Diskussion und Planung so lange gedauert habe. Jetzt aber soll es kein Halten mehr geben.
„Als im Herbst 2008 die Weltwirtschaftskrise aufzog, hatte ich Angst, dass das doch nichts wird“, gab Friedhelm Heckemeyer, Leiter der Bünder „Filiale“ der Erich-Kästner-Gesamtschule, unumwunden zu. Und dafür, dass diese Befürchtungen jetzt passé sind, dankte Heckemeyer den am Osterkamp zahlreich versammelten Kommunalpolitikern.
Einen Teil des Erfolgs darf aber auch Gerd Balsbering für sich verbuchen. Der Sportlehrer hatte im Winter 2007/2008, also auf dem Höhepunkt der Diskussionen um die Notwendigkeit der neuen Halle, mit einer Open-Air-Sportstunde für Aufsehen gesorgt. Und diese „Demo“wurde gestern als kleine Show wiederholt, indem Schüler mit einem Sprung auf ein Trampolin, mit einem mehr oder weniger eleganten Flug über einen Kasten und einer gekonnten Landung auf einer Matte in die Ferien starteten.
Der erste Spatenstich wurde von der Bürgermeisterin unter einem aus Latten gezimmerten und mit zahlreichen bunten Bändern geschmückten Holzgestell vollzogen – „Symbol für ein neues Dach für den Sport“, freuten sich Balsbering und Heckemeyer, der aber auch an die Schüler dachte, die das Dach 20 Minuten lang halten mussten. Heckemeyer: „Könnt Ihr noch?“ Und in Vorfreude auf die neue Halle lautete die Antwort „Ja!“
„Hoffentlich schon in einem Jahr“, so der Gesamtschul-Leiter, werde das neue Gebäude in Betrieb genommen. Damit wäre ein Jahre währendes unhaltbares Provisorium beendet. Denn wenn an der Erich-Kästner-Gesamtschule Sport getrieben werden soll, passiert das bisher an fünf verschiedenen Stellen. Unter anderem in Hallen in Spradow und am Dustholz. So bleiben von einer Sport-Doppelstunde oft nur 50 Minuten netto für die eigentliche Leibesertüchtigung. Nach Meinung aller Beteiligten das schlagendste Argument für den Neubau.
Die Schüler heizen selbst
| Die neue Dreifachhalle am Schulzentrum Nord wird für 2,4 Millionen Euro nach der so genannten Passivbauweise errichtet. Das heißt: Sonnenenergie, elektrische Wärmequellen (Beleuchtung) und selbst die Wärmeabstrahlung der Schüler werden genutzt, um den Heizenergie-Aufwand möglichst gering zu halten. Und dass tagsüber mehr Licht brennt als nötig, wird durch eine tageslichtabhängige Schaltung verhindert. |