Entdeckungen im Irrenhaus
Literaturkurs des 12. Jahrgangs der Erich-Kästner-Gesamtschule führt „Die Physiker“ auf
Komplizierte Verhältnisse: Physiker Möbius (Matthias Kowalewsky) bekommt Besuch von seiner Ex-Frau Lina Rose (Katharina Schellenberg, r.). Sie wird begleitet von ihrem neuen Mann, Missionar Oskar Rose (Sven Diekmann, 2. v. r.), und Möbius' drei Kindern Adolf-Friedrich, Wilfried-Kaspar und Jörg-Lukas (Maximilian Lee-Pörtner, l.) die den Ex-Mann ihrer Mutter bisher nur vom Hörensagen kannten.
VON STEPHANIE SCHWANK
Bünde. „Ich will auch ein Physiker werden“, ließ Jörg Lukas (gespielt von Matthias Rosanka) seinen Vater Johann Wilhelm Möbius (gespielt von Matthias Kowalewsky) wissen. In einer Szene aus Dürrenmatts „Die Physiker“, die der Literaturkurs des 12. Jahrgangs der Erich-Kästner-Gesamtschule seit Herbst 2008 probt und die am 19. und 25. Mai aufgeführt werden sollen.
Unter der Leitung der Literaturlehrer Maike Friedrich-Zander und Marco Fügenschuh, üben die 21 Schüler einmal wöchentlich. „Das Stück ist eine gesellschaftskritische Komödie, die Fragen an die Moral stellt“, erklärt Friedrich-Zander. In einem Bühnenbild, dessen Bestandteile die Akteure in der Schule „organisiert“ haben.
Im Zentrum der Komödie, die im Salon der Villa eines Irrenhauses spielt, stehen drei Physiker, die sich aus unterschiedlichen Gründen als Geisteskranke ausgeben. Einer glaubt, Einstein zu sein, der andere hält sich für Newton, den Begründer der Entsprechungslehre. Der Dritte im Bunde, Johann Wilhelm Möbius, hat die revolutionäre Formel gefunden, die zur Vernichtung der Welt führen kann, wenn sie ein Falscher in die Hände bekommt. Möbius behauptet, ihm erscheine König Salomo, weil er sich selbst unglaubwürdig und im Irrenhaus bleiben will, um den Missbrauch seiner Entdeckung zu verhindern.
Newton und Einstein sind Spione, die an Möbius' Erkenntnisse kommen und sich zum Nutzen machen wollen. Jeder der drei Physiker ermordet eine Krankenschwester, um sein persönliches Geheimnis zu bewahren. Als die Polizei die Morde aufklären will, vernichtet Möbius seine brisanten Formeln.
Die Leiterin des Irrenhauses, Mathilde von Zahnd, hat allerdings zuvor sämtliche Aufzeichnungen kopiert und will die Weltherrschaft für sich gewinnen. Diese Handlung und viele Dialoge sind eine echte Herausforderung für die jungen Hobby-Schauspieler. „Wir werden sie aber meistern“, sind Maike Friedrich-Zander und Marco Fügenschuh angesichts der noch ausstehenden intensiven Proben ganz sicher.
Die Aufführung findet am 19. und 25. Mai um jeweils 19 Uhr im Forum der Schule statt. „Bei freiem Eintritt, aber vielleicht mit einer Spende“, hofft Marco Fügenschuh.