Schwitzen senkt künftig Heizkosten
Neue Dreifachsporthalle am Schulzentrum Nord wird in Passivhaus-Bauweise errichtet
Erster Spatenstich (von links): stellvertretender Schulleiter Friedhelm Heckemeyer, Architekt Farzin Tawalalli, Bürgermeisterin Anett Kleine-Döpke-Güse und Peter Speckmann (Kommunalbetriebe Bünde). Schüler hatten ein symbolisches Dach mit bunten Schleifen dafür gebaut.
Auch das gehört dazu: Sportlehrer Gerd Balsbering (rechts) veranschaulichte mit Freiluftübungen auf der Wiese neben dem Schulzentrum den Platzmangel. Schüler Mert Günendi hechtet über den Kasten.
Von Hilko Raske (Text und Fotos)
Bünde (BZ). Warum eine Sporthalle heizen, wenn beim Turnen sowieso alle ins Schwitzen geraten? Bei der geplanten Dreifachsporthalle am Schulzentrum Nord dient auch die Körperwärme als Energiequelle. Mit einem ersten Spatenstich haben gestern die Bauarbeiten an dem Projekt begonnen.
2,385 Millionen Euro lässt die Stadt Bünde sich das neue Gebäude kosten. Sie erfüllt damit einen vielfach geäußerten Wunsch der Erich-Kästner-Gesamtschule.
Diese muss ihre Schüler derzeit nämlich noch auf fünf verschiedene Sporthallen im gesamten Stadtgebiet verteilen. Alles andere als optimal, finden der stellvertretende Schulleiter Friedhelm Heckemeyer und Sportlehrer Gerd Balsbering.
»Wenn unsere Schüler beispielsweise die Halle am Herzogweg in Spradow nutzen, sind die Mädchen und Jungen insgesamt 30 Minuten mit dem Bus unterwegs, brauchen außerdem zehn Minuten für das Umziehen. Von 90 Minuten Unterricht bleiben dann gerade 50 Minuten für den Sport«, schildert Balsbering die aktuelle Situation.
Mit der neuen Halle direkt an der Gesamtschule sollen die »Sportnomaden« spätestens in zwölf Monaten ein Zuhause bekommen. Der Neubau wird 46 mal 42 Meter messen, davon 27 mal 45 Meter für die Sporthalle. Als Höhe sind 5,5 Meter vorgesehen. Nach der Fertigstellung soll die Halle für alle gängigen Sportarten und den Vereinssport geeignet sein.
Äußerlich eher unspektakulär, von der Bauweise aber revolutionär: die neue Dreifachsporthalle am Schulzentrum.
Das Besondere an der neuen Dreifachsporthalle soll die so genannte Passivhaus-Bauweise sein. Darunter versteht man, dass die Heizwärme aller Quellen wie Sonnenenergie, elektrische Wärmequellen in Form von Beleuchtung, aber auch die Körperwärme der Sporttreibenden optimal genutzt wird, um nicht oder nur wenig nachzuheizen. Möglich machen soll dies eine stärkere Isolierung der Wände und Fenster, eine luftdichte Gebäudehülle, Erdwärmetauscher und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die neue Sporthalle soll nur noch ein Achtel dessen an Energie benötigen, was nach der Energieeinsparverordnung als Standard gesehen wird.
Besonders erfreut darüber zeigen sich die Bünder Grünen. »Damit wird eine unsere Forderungen umgesetzt. Für die Stadt hat das den Vorteil, dass die Heizkosten drastisch gesenkt werden können«, sagte Christian Kowalewsky, Ratsherr der Bündnisgrünen.