Wo Technik noch begeistert

Tag der offenen Tür vermittelt ersten Eindruck von der Erich Kästner-Gesamtschule

Bünde (NW). „Das ist meine neue Schule.“ Viertklässler Dominik weiß schon genau: Nach den Sommerferien möchte er die Erich Kästner-Gesamtschule in Bünde besuchen. Beim Tag der offenen Tür konnte er sich versichern, dass dieser Entschluss der richtige ist.
Mehr als 350 Besucher informierten sich am vergangenen Samstag über das pädagogische Angebot der Schule. Zu entdecken gab es viel. Besonders die Versuche in den Naturwissenschaften und das Fach Technik hatten es den kleinen Gästen angetan. An den PCs in den Informatikräumen fühlte man sich schon fast zu Hause.
Die Schule legt jedoch, so Abteilungsleiter Heinz Köster, großen Wert auf die Sicherung der Grundlagen des Lernens in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch. „Wir fördern, damit Kinder erfolgreich weiterlernen können. Und wir fordern, um eine erfolgreiche Schullaufbahn des Kindes mit gymnasialen Standards bis zur Fachoberschulreife und Abitur zu ermöglichen. Nicht die Schwächen, sondern die Stärken des Kindes stehen im Mittelpunkt“, so Köster. Diese Philosophie werde an der Gesamtschule bis zum Schulabschluss gelebt. Zur Unterstützung des Mittleren Schulabschlusses werden ergänzende Kurse in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik angeboten und sollen den Übergang in die Oberstufe vorbereiten.
In einer Klasse pro Jahrgang werden Schüler mit einer Behinderung mit nichtbehinderten Schülern unterrichtet. Lehrer entwickeln gemeinsam mit erfahrenen Sonderpädagogen ein pädagogisches Integrationsprojekt. Sonderpädagoge Hans Joachim Winter und Gesamtschullehrer Uli Ehlers informierten darüber.

Bevor die Gäste durch die Schule geführt wurden, stellten der stellvertretende Schulleiter Friedhelm Heckemeyer und die Didaktische Leiterin, Antje Stuke, in ihrer Begrüßung die pädagogischen und organisatorischen Merkmale der integrierten Gesamtschule heraus. Dabei bewerten die Pädagogen die frühe Festlegung der Schüler im Alter von zehn Jahren auf die Schulform des gegliederten Schulsystems kritisch. Heckemeyer verwies auf die zehnjährige Schulzeit bis zum mittleren Schulabschluss: „Gesamtschüler können in angemessener Zeit lernen und müssen keine Sorge vor Überforderung haben. Für interessierte Schüler schließt sich direkt die dreijährige Oberstufe bis zum Abitur an.“ Durch Erkenntnisse namhafter Wissenschaftler und Schulleistungstests sieht Heckemeyer die Orientierung der integrierten Gesamtschule für die Zukunft bestätigt. „Wir müssen den Mut haben, uns kritisch mit der Praxis einer nach Begabungstypen getrennten Unterrichtung der Kinder auseinanderzusetzen.“ Wissenschaftlich, so Heckemeyer, sei diese Praxis der frühen Auslese und der sie stützenden Diagnostik nicht begründet.
Nach der Begrüßung wurden die Besucher durch das große Gebäude an der Ringstraße geführt. Mit Interesse nahmen die Gäste die neue Sporthalle in Augenschein – und waren begeistert. „Hier macht Sportunterricht bestimmt Spaß“, befand Noch-Grundschüler Collin. Musisches Lernen hat an der Gesamtschule einen hohen Stellenwert. Kirsten Claaßen, Koordinatorin für den musischen Bereich, gab spannende Einblicke in die Kunst und informierte über die Kooperation von Gesamtschule und Musikschule. „Interessierte Kinder können sich für mehrere Fachgruppen anmelden und diese während ihrer Schulzeit im Ganztag besuchen“, so Claaßen.

© Erich Kästner-Gesamtschule (Peter Gärner)