Vom Drahtseilakt des "Nein"-sagens
Drahtseilakt: Geschicklichkeit sollte man haben. FOTO: FELIX EISELE
Grips+Body-Mobil besuchte Erich-Kästner-Schule
Bünde (fei). Die Versuchung zum Drogenkonsum ist groß: Discotheken werben mit Flatrate-Partys, alkoholische Mischgetränke boomen und der Weg zum nächsten Zigarettenautomaten ist meist nicht weit. Dass viele Jugendliche dieser Versuchung nicht so einfach widerstehen können, zeigen die derzeit laufenden Aktionstage zur Suchtprävention der Erich-Kästner-Gesamtschule. Am Dienstag war das „Grips+Body-Mobil“ des Deutschen Roten Kreuzes zu Besuch, um die Schüler der 8. Klassen spielerisch über die gesellschaftliche Sucht-Landschaft zu informieren.
Dass Abhängigkeit viele Gesichter haben kann, wurde den Kindern schon früh klar, schließlich hatten die eigens aus Münster angereisten Rotkreuzler einen Parcours aus immerhin 15 Stationen zu unterschiedlichen Suchtgefahren im Forum der Schule aufgebaut. An den einzelnen Zwischenstopps waren die Schüler selbst gefragt, wobei Lehrer, ältere Schüler und DRK-Mitarbeiter an allen Stationen hilfreich zur Seite standen.
„Wichtig ist, dass die Schüler nicht nur belehrt werden, sondern auch durch eigenes Handeln lernen“, erklärte Sozialpädagogin Susanne Möllering, die das Projekt, das bereits zum zweiten Mal an der Erich-Kästner-gesamtschule zum Einsatz kam, gemeinsam mit Beratungslehrer Ulrich Otte initiierte. Und handeln durften die Achtklässler augiebig: Koordinationstraining beim „Drahtseilakt“, Umgang mit hochprozentigen Getränken in der „Alkohol-Story“ oder die Gefahren des Konsums im Spiel „Sucht-Activity“ brachten den Kindern die vielen Facetten von Suchtgefahren näher. Neben Geschick und Teamarbeit war dabei oftmals auch reales Wissen gefragt, welches – sofern nicht vorhanden – direkt erworben wurde.
Susanne Möllering zeigte sich mit Konzeption und Verlauf der Übungen zufrieden, und auch den Schülern machte der etwas andere Unterricht durchaus Spaß. Noch bis Ende der Woche laufen die Präventionstage, geplant sind unter anderem Aktionen mit der Polizei und der Drogenberatungsstelle.