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Vier Bünder vertreten den Kreis Herford bei der Internationalen Jugendwoche in Dobele
VON ANDREA ROLFES
Bünde. Dass Politik mehr ist als öde Debatten um komplizierte Themen, erfuhren kürzlich vier Schüler der Bünder Gesamtschule. Während der Internationalen Jugendwoche schlüpften die Jugendlichen im lettischen Dobele in die Rolle ambitionierter Hobby-Botschafter und vertraten jugendpolitische Interessen des Kreises Herford.
Die Idee ist einfach, aber gut. Junge Leute kommen aus ganz Europa für eine Woche zusammen, lernen sich kennen, plaudern über ihre Heimatländer, kochen füreinander typische Nationalgerichte und unternehmen ein Survival-Training, um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. Damit nicht genug. Das Hauptaugenmerk der Reise, die vom Kreis Herford unterstützt und finanziert wurde, lag auf dem politischen Aspekt.
In Gruppen sammelten die Jungen Leute Ideen, wie ihre Heimatstädte das Angebot für Jugendliche verbessern und ausbauen können. „Unheimlich spannend war es, zu erfahren, was Jugendliche aus anderen Ländern beschäftigt“, sagt die Elftklässlerin Jelena Nesic. Verblüfft waren sie und ihre Klassenkameraden Nina Klausing, Patrick Rossbach und Nico Lachmuth, als die polnische und schwedische Delegation sich vor allem für eine bessere Qualität der heimischen Krankenhäuser stark machten. Die deutschen Schüler wünschten sich hingegen mehr Sportstätten, etwa öffentliche Tennisplätze oder Treffpunktmöglichkeiten für junge Menschen wie Cafés oder Jugendzentren. Zudem sollte ihrer Meinung nach an den Wochenenden ein Diskobus von Kirchlengern nach Bünde fahren. Alle teilnehmenden Gruppen überlegten im nächsten Schritt, wie und ob ihre Ideen umgesetzt werden könnten. Soviel Engagement verdient Lob.
Das bekamen die Schüler vom Bürgermeister der Stadt Dobele, der die jungen Leute ins Rathaus eingeladen hatte, um sie feierlich zu begrüßen. Dobele ist eine Kreisstadt mit rund 10.000 Einwohner etwa 70 Kilometer südwestlich von Riga – um den Einheimischen für ihre Gastfreundschaft zu danken, führten die Schüler im Anschluss auf dem Rathausvorplatz traditionelle Tänze ihrer Herkunftsländer auf, bei denen sie die Dobeler einluden mitzumachen. „Lettland ist ein traumhaftes Land mit aufgeschlossenen und netten Leuten“, sind sich die Bünder sicher, die deshalb den Kontakt zu den jungen Letten aufrecht erhalten möchten. Genauso wie mit den Jugendlichen aus Frankreich, Polen und Schweden.