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Modellbau-AG der Erich-Kästner-Gesamtschule besteht 20 Jahre / Gebäude aus Bünde werden bevorzugt
VON DIETER SCHNASE (TEXT)
UND PATRICK MENZEL (FOTOS)
Bünde. Sie besteht schon so lange wie der Schulverband Bünde-Kirchlengern: die vor 20 Jahren an der Erich-Kästner-Gesamtschule in Bünde eingerichtete Modellbau-AG, die in diesem Schuljahr ein eigenes kleines Jubiläum feiern kann. Unter der Leitung von Lehrer Hans-Walter Becker sind zahlreiche Modelle entstanden – so der schiefe Turm von Pisa und eine amerikanische Trägerrakete. Jüngstes Objekt ist die noch im Bau befindliche Dreifach-Sporthalle im Schulzentrum Nord.
Jeweils montags von 14.10 bis 15.45 Uhr treffen sich 10 bis 15 Schüler/innen aus den 5. bis 7. Klassen, um sich kreativ in der Modellbau-AG zu betätigen. Besondere Highlights sind die Baupläne von Gebäuden aus dem Bünder Stadtbild wie der „Klassiker“ der AG, der Tabakspeicher, der auch als Modell dem „Zahn der Zeit“ trotzt.
Mit Schere und Kleber ausgestattet, machten sich gestern die Fünftklässler Jan-Luca, Moritz, Pascal und – als einziges Mädchen – Stella Marleen aus dem gemeinsamen Unterricht daran, der in ihrer Nachbarschaft entstehenden Sporthalle den letzten Schliff zu geben. „Das ist das größte Modell, an dem ich gearbeitet habe“, sagt Jan Luca. Stella Marleen hat ein Wohnhaus aus der Umgebung der Halle allein nachgebaut.
Das schlichte Sporthallenmodell im Maßstab 1:100 aus Karton wurde äußerlich noch ein wenig geschönt. „Vielleicht regt ja der Begrünungsvorschlag aus der Schule die städtischen Kommunalbetriebe zu entsprechenden Überlegungen an“, so Becker. Ein besonderer Dank galt Farzin Tawalalli von den KBB für die Skizzen, die er zur Verfügung gestellt hatte und die vom Leiter der AG in baubare Bastelvorlagen umgesetzt wurden. Pünktlich zum bevorstehenden Fest beschäftigen sich einige der Schüler auch mit weihnachtlichen Basteleien. „Ich baue ein Weihnachtshaus“, verrät Tobias (13) aus der Klasse 6g. Ob er später mal echte Häuser bauen will, kann er noch nicht sagen. Von einem Schüler weiß Hans-Walter Becker, dass er Diplom-Ingenieur geworden ist.
„Die Vorlagen für die Modelle stammen heute zumeist aus Downloads im Web, die ich am Schuldrucker farbig auf Bastelkarton ausdrucke“, sagt Hans-Walter Becker. Neben kommerziellen Angeboten seien die Bastelseiten von Kameraherstellern, Architekten, Feuerwehren, Museen und anderen Einrichtungen interessant.
Modellvorlagen im „low-res-Standard“ (low resolution = wenig Details, das heißt einfach zu bauen) konkurrieren mit „high-res-Plänen“ prominenter Bauwerke wie dem Eiffelturm , den Pyramiden in Ägypten oder auch dem Globe Theatre in London. „Die sind schon eher etwas für Fortgeschrittene“, so der Lehrer. Ein 1:200-Metallmodell der Titanic – von einem Schüler gebastelt – eröffnete vor einigen Jahren sogar die Verkaufskampagne des Films mit Leonardo di Caprio in einem Bünder Warenhaus. Und viele Modelle sind in einer Vitrine im Forum zu sehen
| In den Arbeitsgemeinschaften haben die Schüler die Möglichkeit, ihren gestalterischen, handwerklichen, musischen oder sportlichen Interessen nachzugehen, um auch Anregungen für eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung zu bekommen. Sie laufen montags und sind für Schüler vom 5. (2. Halbjahr) bis 7. Schuljahr verbindlich. Für Schüler der 8.–10. Klasse ist die Teilnahme freiwillig. |