Liebe Leserinnen und Leser,
vor Ihnen liegt die zweite Ausgabe des Schulprogramms der Erich Kästner-Gesamtschule Bünde / Kirchlengern.
Noch deutlicher als in seiner ersten Fassung wird das Schulprogramm vom Juni 2006 den Charakter eines Arbeitsplans haben. Die drei Entwicklungsschwerpunkte „Lernen“, „Leben“, „Perspektiven“, wie sie in der ersten Ausgabe vom 4. Dezember 2000 dargestellt wurden, gelten als pädagogische Grundorientierung der Schule fort.
Neben der Weiterarbeit an den bisherigen Arbeitsschwerpunkten werden neue schulische Entwicklungsvorhaben, deren Ziele und konkrete Handlungskonzepte in das Programm aufgenommen.
Das Schulprogramm der Erich Kästner-Gesamtschule mit seinen zwei Schulorten Bünde und Kirchlengern wird in seiner zweiten Ausgabe über die Darstellung gemeinsamer Positionen hinaus schulortbezogene Arbeitsteile umfassen. Diese Textstruktur mit einem gemeinsamen Teil und seinen schulortbezogenen Teilen wird Ihnen als Leserin und als Leser nicht nur die Orientierung im Text erleichtern, sondern verschafft auch einen besseren Einblick in die Arbeit an den beiden Schulorten unserer Schule.
So ergibt sich ein Schulprogramm mit dem Schwerpunkt „Bünde“ und eines mit dem Schwerpunkt „Kirchlengern“.
Schließlich legen die Autoren eine „verschlankte“ Textversion vor, die, überschaubarer und konkreter, den Charakter eines Arbeitspapiers unterstreichen will.
Auch das hier vorliegende zweite Schulprogramm ist nur eine weitere Etappe in dem Prozess sich fortsetzender Schulentwicklung. Durch neue interne Ideen, durch Anregungen und Anforderungen von außen sowie neue schulpolitische Rahmenbedingungen wird es dynamisch fortgeschrieben werden.
Den Lehrerinnen und Lehrern, die Beiträge zur Erstellung des „Schulprogramms 2006“ geleistet haben danke ich sehr für ihren persönlichen Einsatz.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhelm Heckemeyer, stellv. Schulleiter
im Juni 2006
Inhalt des Schulprogramms
- Eine Schule mit zwei Standorten - wie geht das?
- Lernen
- Fortbildung
- Fördern und Fordern
- Gemeinsamer Unterricht
- Klassenneubildung in Jahrgang 9
- Die gymnasiale Oberstufe
- Jahrgang 11 - Biologie und Chemie
- Sport als 4. Abiturfach
- Ski-Unterricht
- AIDS-Prophylaxe
- Suchtprävention
- Projekttage Sexualerziehung
- Schulbibliothek
Eine Schule mit zwei Standorten - wie geht das?
Schulträger dieser Schule ist der Gesamtschul-Zweckverband der Stadt Bünde und der Gemeinde Kirchlengern, der seine politische Verantwortung über die beiden Gremien ‚Schulausschuss’ und ‚Verbandsversammlung’ ausübt; der Verband stellt eine eigene Haushaltssatzung auf.
Die Leitungs- und Mitwirkungsstruktur unserer Schule unterscheidet sich nicht wesentlich von der anderer Schulen. Die gemeinsame Schulleitung trägt die Verantwortung für die Schule als Ganzes; Teilverantwortungen sind an die Schulorte delegiert und werden dort wahrgenommen.
Auf dieser Grundlage übernehmen die Schulorte Bünde und Kirchlengern die Weiterentwicklung des spezifischen Angebotsprofils vor Ort und wählen ihre pädagogischen und organisatorischen Wege und Instrumente, die für die jeweiligen Bedingungen der Schule vor Ort am besten geeignet scheinen. Dieser differenzierte Entwicklungsprozess kann nur gelingen, wenn die Schulleitung und die Mitwirkungsgremien eine intensive Kommunikation pflegen.
Die Lehrerkonferenzen tagen an ihren Schulorten in Bünde und Kirchlengern und befinden im Rahmen des Schulgesetzes über die Arbeit an ihren Schulorten, ebenso die Schulpflegschaften und die SVen. Die Mitgestaltung der Schule durch die Eltern und Schülerinnen und Schüler ist wesentliches Element des Schullebens und muss weiter entwickelt werden.
Die Fachkonferenzen sind in besonderer Weise für die Qualitätssicherung in der Schule verantwortlich und arbeiten eng zusammen. Sie bilden die Klammer für die Entwicklung der Unterrichtsarbeit in den Fächern.
Die gymnasiale Oberstufe der Schule wird am Schulort Bünde geführt. Die Schule wird verstärkt befähigte und interessierte Schülerinnen und Schüler beider Schulorte zusammenführen und auf das gemeinsame Lernen in der Oberstufe vorbereiten.
Die (gemeinsame) Schulkonferenz entscheidet in der besonderen Situation einer Schule mit zwei Schulorten immer auch mit Blick auf die Entwicklungsvorhaben an den Schulorten.
Nach der Schulgesetznovelle soll den Schulen zum 1.8.2006 der Status der „eigenständigen Schule“ übertragen werden. Damit ist u.a. eine erweiterte Verantwortung für die Qualität und Weiterentwicklung des Unterrichts sowie für die Personal- und Organisationsentwicklung an den Schulen verbunden. Die darin liegenden Chancen für unsere Schule werden wir wahrnehmen und in diesem Rahmen unsere Schule gestalten.
Lernen
Unterrichtsqualität / Fachkonferenzen
Die Entwicklung der Unterrichtsqualität steht im Vordergrund der Fachkonferenzarbeit.
Auf der Grundlage von Fach- und Kernlehrplänen ist in den letzen beiden Jahren das schulinterne Curriculum angepasst worden. Auf der Fachkonferenzebene arbeiten die Schulorte Bünde und Kirchlengern eng zusammen. Neben den Fachkonferenzen werden gemeinsame schulinterne Fortbildungen auf Fachebene durchgeführt. Zunehmend orientiert sich die Fachkonferenzarbeit an den
- Ergebnissen der Lernstandserhebungen,
- den Anforderungen der Leistungsprüfung zum Abschluss der 10. Klasse
- der Auswertung fächerübergreifender Diskussionen in der Schule.
Bisherige Ergebnisse der Lernstandserhebungen zeigen, dass die vorbereitenden Diskussionen in den Fachkonferenzen der Hauptfächer einen positiven Effekt haben. Durch klare Vorgaben ergibt sich in der Zukunft eine höhere Verbindlichkeit von Unterrichtsinhalten, die in den Fachkonferenzen geplant und vorbereitet werden.
Fortbildung
Seit Beginn des Schuljahres 2004/05 liegt die inhaltliche, organisatorische und finanzielle Realisierung der Lehrerfortbildung bei den Schulen. Gleichzeitig sind die Möglichkeiten zur Durchführung von schulinternen Fortbildungen durch die Vorgaben zur Vermeidung von Unterrichtsausfall eingeschränkt.
In dem verbleibenden Rahmen stehen Fortbildungen in folgenden Bereichen im Mittelpunkt:
- fachspezifische Fortbildungen zur Unterrichtsentwicklung, deren Notwendigkeit von den Fachkonferenzen ermittelt wird,
- fächerübergreifende Fortbildungen zur Lern- und Arbeitsorganisation,
- Fortbildungen zu pädagogischen Problemen im Schulalltag, besonders in den Bereichen Gewaltprävention und Sozialkompetenz.
Der schulinterne Charakter der meisten Fortbildungen ermöglicht gleichzeitig verbindliche Absprachen in den Problembereichen.
Die individuelle Fortbildung einzelner Lehrkräfte kann auf der Grundlage der Vorhaben in der Schule in Anspruch genommen werden, die Erkenntnisse werden in der Regel in den Fachkonferenzen vorgestellt.
Fördern und Fordern
Alle Schülerinnen und Schüler sollen eine optimale Qualifikation erhalten. Deshalb ist die frühzeitige Kenntnis und Beachtung ihrer individuellen Stärken und Schwächen durch die sie unterrichtenden Lehrer notwendig. Eine tragende Rolle spielen dabei die Klassenlehrer, die gemeinsam mit den Fachlehrern und den Eltern den Förder- bzw. Forderbedarf klären. Die Erich Kästner-Gesamtschule bietet den Schülern und Schülerinnen ein weitgefächertes Förder- und Forderkonzept.
Die Schwerpunkte liegen im 5. Schuljahr auf den Fächern Deutsch und Mathematik:
- Förder- und Forderstunden in Teilgruppen,
- Projekttage zur Förderung der Lesekompetenz,
- in den Fordergruppen ergänzende bzw. vertiefende Inhalte.
Im 6. Schuljahr kommt die fachliche Förderung in der ersten Fremdsprache Englisch hinzu.
Die Rolle der Sprache als Mittel des Verstehens und der Verständigung hat einen besonderen Stellen-wert in dem Förderkonzept und wird im nächsten Schuljahr noch mehr Beachtung finden. Eine Arbeitsgruppe von Lehrern erarbeitet ein Konzept zur sprachlichen Förderung, das in das vorhandene Fördermodell integriert wird. Dies gilt insbesondere für Schüler und Schülerinnen, deren Herkunfts-sprache nicht Deutsch ist.
Perspektive im Rahmen des bestehenden Förder- und Forderkonzepts ist es, den Schülern und Schülerinnen eine individuelle und flexible Hilfestellung zukommen zu lassen. Zuerst wird die Ausgangs-situation geklärt (Duisburger Sprachstandstest) und darauf aufbauend werden die Maßnahmen und die Ziele von den beteiligten Fach- und Klassenlehrern abgestimmt.
Die sprachliche Förderung betrifft dabei nicht nur das Fach Deutsch, sondern auch die anderen Fächer müssen sich verstärkt um das Sprachlernen - nicht nur der Fachsprache - bemühen.
Gemeinsamer Unterricht
Vom Schuljahr 2005/2006 an wird eine der fünf Eingangsklassen als Integrative Lerngruppe geführt. In ihr werden behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet. Die Erich Kästner-Gesamtschule führt damit die Integrationsarbeit der Grundschule Dünne, deren Förderkinder vorrangig aufgenommen werden, fort. Mit diesem Schulentwicklungsvorhaben verfolgt die Schule u.a. folgende Ziele:
- Eingliederung statt Ausgliederung bedeutet Gewinn für alle.
- Soziale Kompetenzen werden aufgebaut und gestärkt.
- Alle Schülerinnen und Schüler werden befähigt, sich im persönlichen und gemeinschaftlichen Umfeld zurechtzufinden.
Bei der Bildung der Integrativen Lerngruppe sind eine Reihe von Aspekten zu beachten:
- In eine Klasse können 5-6 Förderkinder in Abhängigkeit von den Förderbedarfen und Rahmenbedingungen aufgenommen werden.
- Eine Mischung von Förderschwerpunkten ist anzustreben.
- Es werden die gleichen Kriterien wie bei der Bildung von Regelklassen angewendet.
Zur Zeit werden im 5. Schuljahr 19 Regel- und 5 Förderkinder (4 Kinder mit Lern- und Entwicklungs-störungen, 1 Kind mit dem Förderschwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung) gemeinsam unterrichtet. Das Klassenleitungsteam besteht aus drei Personen: eine Regellehrerin, ein Regellehrer, ein Sonderpädagoge. Alle kooperieren eng mit einer Sozialpädagogin.
Bei unveränderten Rahmenbedingungen ist beabsichtigt, in den Folgejahren jeweils eine Klasse integrativ zu beschulen. Das vorläufige pädagogische Konzept (s. Anlage) wird behutsam weiterentwickelt und verlangt im Bereich der Berufswahlvorbereitung besondere pädagogische Innovationsbemühungen.
Klassenneubildung in Jahrgang 9
Für jede Schülerin und für jeden Schüler wollen wir die Voraussetzungen für den bestmöglichen Schulabschluss schaffen. Die Schule muss gezielt auf die Anforderungen der Berufsausbildung, der Berufsfachschulen und auf die Anforderungen der gymnasialen Oberstufe vorbereiten. Unsere Schule stellt sich mit verstärkten Anstrengungen diesen Aufgaben.
Dazu haben die Lehrerinnen und Lehrer ein pädagogisches Programm zur Förderung des Arbeits-verhaltens der Schülerinnen und Schüler beschlossen, das auch deutlich die Mitarbeit der Eltern einfordert.
Zu Beginn des 9. Jahrgangs findet eine Klassenneubildung statt. Nach der Genehmigung durch das Schulministerium konnte erstmalig zu Beginn des Schuljahres 2002/2003 diese wichtige Änderung des Bildungsganges für die Jahrgänge 9 und 10 in Kraft treten. Die Schulkonferenz hat am 21.2.2006 die Fortführung der Klassenneubildung beschlossen.
Wir bemühen uns besonders um die Weiterentwicklung des berufsorientierten Profils, um die Bewerbungssituation der Schüler/innen zu verbessern. Dazu hat eine Arbeitsgruppe Vorschläge erarbeitet: Folgende Elemente wurden bisher schon umgesetzt, sollen aber weiter intensiviert werden:
- 2. Praktikum im 10. Jahrgang für die BOP-Klassen
- individuelle Beratung
- Kompetenzcheck (Akademie Überlingen, Esta- Bildungswerk)
- Aufbau eines Netzwerkes mit Betrieben (Schulpartnerschaften,...)
- Hilfe bei den Bewerbungen
Die gymnasiale Oberstufe
Die Oberstufe der Erich Kästner-Gesamtschule bietet SchülerInnen aus Bünde und Umgebung die Möglichkeit, das Abitur oder den schulischen Teil der Fachhochschulreife zu erwerben.
Folgende Merkmale kennzeichnen die Arbeit in der Oberstufe der Erich Kästner-Gesamtschule.
Beratung und Betreuung
Schülerinnen und Schüler erhalten eine intensive Beratung und Betreuung durch die Jahrgangsleiter, den Oberstufenleiter und die unterrichtenden Lehrkräfte in der Oberstufe. Diese Beratung umfasst sowohl eine eingehende individuelle Laufbahnberatung während des Aufenthalts in unserer Oberstufe, als auch eine pädagogische Beratung bei auftauchenden Problemen. Dies geschieht vor allem durch persönliche Gespräche.
Fächer
Wir bieten eine attraktive Bandbreite an Fächern, die es unseren Schülern ermöglicht, bei der Wahl ihrer Abiturfächer ihre eigenen Interessen wahrzunehmen und fachliche Schwerpunkte in verschiedenen Bereichen zu setzen.
- Unsere Leistungskurse umfassen in den meisten Jahrgängen die Fächer:
- Englisch, Deutsch, Mathematik, Biologie, Geschichte und Psychologie.
- Selbstverständlich können all diese Fächer auch als Grundkurse belegt zu werden. Hinzu kommen im Grundkursbereich u.a. die Fächer:
- Chemie, Philosophie, Sozialwissenschaften, Religion und Sport.
- Zudem ist für viele unserer Schüler die Wahl des Faches Spanisch als 2. Fremdsprache ab Klasse 11 sehr interessant.
- Seit neuestem besteht auch die Möglichkeit, das Fach Sport als viertes Abiturfach zu belegen.
- Außerschulische Lernorte werden in den Unterricht integriert, z.B. in Psychologie und Geschichte.
Perspektiven
Seit einigen Jahren ist eine sichere Dreizügigkeit unserer Oberstufe gewährleistet, da die Oberstufe auch für Schüler benachbarter Schulen (Realschulen) attraktiv ist. Im neuen Jahrgang 11 (2006/07) wird die Oberstufe voraussichtlich vierzügig sein.
Jahrgang 11 - Biologie und Chemie
In einer Projektwoche des 11. Jahrgangs arbeiten die Schüler in Gruppen an verschiedenen Aspekten des Themas „Katalysatoren in Natur und Technik". Aus Bereichen der Chemie und der Biologie werden arbeitsteilig so verschiedene Themen wie z.B.
- Aufbau und Funktion des Autokatalysators
- Eigenschaften von Enzymen
- Enzyme in Waschmitteln erarbeitet.
Jede Gruppe muss einen Aspekt sowohl experimentell als auch theoretisch untersuchen - ein wichtiger Schritt hin zum selbstständigen Lernen. Hierfür stehen den Schülern die Fachräume, die Bibliothek und die Computerräume mit Internet-Anschluss zur Verfügung. Abgeschlossen werden diese Tage mit der Präsentation der jeweiligen Gruppenergebnisse. Auch hierbei ist ein Einsatz der neuen Medien möglich und sinnvoll.
Die ausführliche schriftliche Dokumentation dient nicht nur der inhaltlichen Erarbeitung, sondern auch als Vorbereitung auf die Facharbeit im 12. Schuljahr.
Elemente der projektartigen Arbeitsweise wie z.B. Internet-Recherche und fächerübergreifendes Lernen sollten anschließend wieder Eingang in den Fachunterricht finden.
Sport als 4. Abiturfach
Seit Beginn des Schuljahres 2005/2006 nimmt die EKG als eine von 50 ausgewählten Erprobungs-schulen (Gymnasien/Gesamtschulen) in NRW an einem Schulversuch zur Einführung des Faches Sport als 4. Abiturfach teil.
Ziel des Schulversuchs:
- Erprobung der Durchführbarkeit eines wissenschaftspropädeutischen Unterrichts der Schüler/innen in der gymnasialen Oberstufe unter Berücksichtigung der Besonderheiten des Faches Sport.
- Erweiterung des Fächerspektrums und Intensivierung der Arbeit im Fach Sport
- Erhöhung der Attraktivität der gymnasialen Oberstufe an der EKG
- positive Auswirkungen mittelfristig für den Sportunterricht in der Sekundarstufe I.
Das Projekt wird wissenschaftlich beraten von einer Gruppe der Universität Bielefeld unter Leitung von Prof. Dr. Dietrich Kurz sowie von Wissenschaftlern der Sporthochschule Köln. Es wird begleitet von schulaufsichtlichen (fachfremde Oberstufendezernenten und Fachberater) und fachaufsichtlichen (Sportfachdezernenten und Fachberater) Evaluationsgruppen.
Die innerschulische Umsetzung des Versuchs erfolgt von einem Team von Sportlehrern.
Ihre Aufgabe, im jeweiligen Jahrgang:
- Entwicklung gemeinsamer Unterrichtsvorhaben,
- Erprobung geeigneter Materialien,
- Erarbeiten geeigneter Prüfungsaufgaben bis hin zum Abitur.
Als erster wichtiger Schwerpunkt in der laufenden Jahrgangsstufe 11 zeichnet sich ein Unterrichts-vorhaben zur Untersuchung der eigenen kardio - pulmunalen Leistungsfähigkeit in Theorie und Praxis ab, das in enger Kooperation mit dem Herzzentrum Bad Oeynhausen durchgeführt wird und auf eine Ausdauerleistungsprüfung im 13. Jahrgang vorbereiten soll.
Die Unterrichtsreihe Rollen/Gleiten/Fahren bildet einen zweiten besonderen Schwerpunkt und wird u .a. projektartig durch Skiunterricht in der letzten Januarwoche in Feldkirch/Österreich durchgeführt.
Ski-Unterricht
Seit dem Schuljahr 2001/02 bietet die Erich Kästner-Gesamtschule mit großem Erfolg ein Ski-Projekt an. Mit interessierten Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgängen 10 - 13 wird ein einwöchiger Lehrgang im alpinen Skilaufen in einem geeigneten Skigebiet der Alpen vorbereitet und durchgeführt. Der Termin dafür liegt jeweils in der Projektwoche im Januar/Februar. Das Projekt ist sowohl für Ski-Neulinge als auch für Fortgeschrittene geeignet. Auch Snowboarder sind willkommen. Eine mehrmalige Teilnahme ist möglich. Die Schüler werden von Lehrern der Schule, die über entsprechende Ski-Lehr-Erfahrung bzw. -Befähigung verfügen, begleitet und unterrichtet.
Die Kosten für die einwöchige Veranstaltung liegen zumeist bei ca. 300,-- €. Darin sind enthalten:
- Fahrt,
- Unterkunft,
- Vollpension,
- Skipass und Ski- sowie Schuhausleihe (falls nötig).
Die in den jeweiligen Klassen bzw. Jahrgängen für Fahrten und Wandertage einzuplanenden Kosten haben natürlich Vorrang vor diesem zusätzlichen Angebot, d.h. die Teilnahme an dem Ski-Projekt darf nicht zu Lasten anderer schulischer Verpflichtungen gehen.
AIDS-Prophylaxe
Mädchen und Jungen haben es oft nicht ganz leicht auf dem Weg zur eigenen Identität und dem ersten Verliebtsein. Beim Auf und Ab der Gefühle ist es nicht einfach noch Ohren für die richtige Information zu haben, um mit der eigenen Sexualität verantwortlich und gesundheitsbewusst umzugehen. Gerade in dieser Zeit brauchen Jugendliche verständnisvolle Begleiter/innen, Unterstützung, Informationen und Hilfen.
An unserer Schule führen wir in diesem Zusammenhang für den gesamten 9. Jahrgang die AIDS-Prophylaxe-Tage durch. Während dieses Projekts wird das Thema AIDS bzw. AIDS-Prophylaxe drei Tage lang unter verschiedenen Aspekten behandelt:
- Die Biologie-Fachlehrer und Fachlehrerinnen erarbeiten mit den SchülerInnen die biologischen Grundlagen dieser Erkrankung.
- Einen zweiten Tag gestalten die Klassenlehrer und erörtern gesellschaftspolitische und ethische Aspekte.
- In Zusammenarbeit mit Mitarbeitern der AIDS-Beratungsstelle des Gesundheitsamtes Herford, des Diakonischen Werkes und von Pro Familia werden am dritten Tag sexualpädagogische Gesichtspunkte diskutiert, aber auch spielerisch behandelt. Hierzu verlassen wir auch das vertraute Umfeld der Schule und ziehen in das Jugendzentrum ATLANTIS um, das für uns dankenswerterweise Räume zur Verfügung stellt.
Suchtprävention
Ein fester Bestandteil der Gesundheitsförderung an der Erich Kästner-Gesamtschule ist die schulische Suchtprävention. Inhaltlich steht die Aufklärung und Beratung von SchülerInnen und Eltern im Vordergrund.
Die Zusammenarbeit mit folgenden Institutionen hat sich als hilfreich erwiesen:
- Drogenberatungsstellen,
- Beratungsstellen für Alkoholkranke und Essgestörte,
- Beratungsstellen der Polizei.
Die Durchführung einer Projektwoche zur Suchtprophylaxe im Jahrgang 8 setzt einen deutlichen inhaltlichen Schwerpunkt. Folgende Elemente sind feste Bausteine im Programm:
- Stärkung des Selbstbewusstseins,
- Elemente aus Abenteuer- und Erlebnispädagogik,
- lebensnahe Berichte ehemaliger Alkoholkranker,
- Mitarbeit der Fachstelle für Suchtprävention,
- Sachinformationen durch die/den KlassenlehrerIn,
- Reflexion über eigenes Suchtverhalten.
Für Einzelgespräche stehen der Beratungslehrer für Suchtprävention Ulrich Otte und die Sozialpäda-gogin Susanne Möllering zur Verfügung. Auf Wunsch einzelner SchülerInnen wird auch ein Kontakt zu den oben genannten Institutionen vermittelt.
Projekte zur Suchtvorbeugung sollen zukünftig auch in anderen Jahrgängen verstärkt wahrgenommen werden. Das Nichtraucherprojekt der Krankenkasse „Be smart - don´t start“- wird verstärkt in den Jahrgängen 6 und 7 angeboten. Die Durchführung findet unter der Anleitung der Klassenlehrer statt.
Projekttage Sexualerziehung
Sexualerziehung in der Schule ist ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts. Über das Fach Biologie hinaus, in dessen Richtlinien diese Thematik fest verankert ist, kann im Rahmen des Projektes stärker auf die individuellen, sozialen und gesellschaftlichen Aspekte des Themas Bezug genommen werden.
Das Projekt Sexualerziehung hat das Ziel:
- bei den SchülerInnen eine möglichst breite Informationsbasis zu schaffen,
- eine Plattform für individuelle Fragen und Bedürfnisse der Wissenserweiterung zum Thema Sexualität zu eröffnen,
- Informationen über außerschulische Angebote zu liefern,
- ein Forum für die Verständigung und zum bewussten Umgang mit Sexualität zu bieten,
- in einer Zeit „sexueller Kommerzialisierung“ einen Akzent der Wertevermittlung zu setzen.
Um den geschlechtsspezifischen besonderen Entwicklungsbedingungen der Mädchen und Jungen Rechnung zu tragen, ist ab dem Schuljahr 2005/2006 der Gesamtthemenrahmen des Projektes für die Jahrgänge 6 und 7 neu strukturiert worden. Die Inhalte werden durch die Orientierung am Entwicklungs-stand der SchülerInnen differenziert. Statt bisher einer Projektwoche ausschließlich im 6. Jahrgang werden nun jeweils drei Projekttage zum Thema Sexualerziehung in beiden Jahrgängen angeboten.
Der Schwerpunkt im Jahrgang 6 „Mein Körper und ich“ nimmt stärker Bezug auf:
- aktuelle Veränderungen in der Pubertät, auch im Hinblick auf das Verhalten und Selbstbild der Schüler,
- Vermittlung eines natürlichen Verhältnisses zum eigenen Körper,
- Toleranz in Bezug auf individuelle Unterschiede.
Im Jahrgang 7 steht unter dem Schwerpunkt „Ich und die anderen“ im Vordergrund:
- der verantwortungsvolle Umgang mit der Sexualität,
- ein respektvolles Verhalten dem Partner gegenüber,
- die Vermittlung von Werten und die
- Gewaltprävention - auch im Hinblick auf eine angemessene Sprache.
Für die jeweils aktuellen Projektplanungen werden die Ergebnisse und Erfahrungen aus den abgeschlossenen Projekttagen aufgenommen um eine kontinuierliche Fortschreibung und Anpassung zu erreichen.
Schulbibliothek
Schulbibliothek - geht da heute überhaupt noch jemand hin? Bei uns, ja! Denn in unserer Bibliothek gibt es wirklich gute Angebote:
- Bücher zum Ausleihen,
- Nachschlagewerke jede Menge,
- CD-ROMs,
- zahlreiche Fachzeitschriften und
- 14 PC- Arbeitsplätze.
Die Bibliothek wird täglich von vielen Schülerinnen und Schülern genutzt:
- Bis zu 70 Kinder kommen in den Mittagspausen an den langen Schultagen. Montags, mittwochs und donnerstags ist das Haus wirklich voll! Bücher werden ausgeliehen oder zurück gebracht, man kann schulische Aufgaben an den PCs oder an den Arbeitsplätzen erledigen – oder einfach „nur“ lesen.
- Aber auch während der Unterrichtszeit besuchen Klassen und Oberstufenkurse mit ihren Lehrerinnen und Lehrern die Bibliothek, um gezielt Themen zu recherchieren und zu bearbeiten. Außerdem können unsere Oberstufenschüler in ihren Freistunden die Bibliothek mit ihren Angeboten nutzen.
- Durch die Vernetzung der PC-Arbeitsplätze mit dem Schulserver ist zudem ein weiterer Computerraum entstanden, der gerade für individuelle Arbeiten mit dem PC beste Voraussetzungen bietet.
Das Konzept der Schulbibliothek, das klassische Medium Buch und das Medium Computer mit Internetnutzung zusammenzuführen, scheint hier auf das Trefflichste gelungen zu sein. Auf 180 qm Nutzfläche, verteilt auf zwei Ebenen, sind 40 Arbeitsplätze, 14 mit dem Schulserver vernetzte PC-Plätze mit DSL-Internetzugang, ein Kopiergerät, der Verwaltungsbereich und natürlich viele Bücher, zur Zeit ca. 9400 Bände, untergebracht. Die Informationsmöglichkeiten und damit die Voraussetzungen zu selbstständigem Lernen sind sehr umfangreich. Neben den zahlreichen Beständen der Präsenz-bibliothek befinden sich die nicht ausgeliehenen Bücher der Lernmittelfreiheit aus Psychologie, Geschichte, Sozialwissenschaften, Erdkunde, Mathematik etc. im Bestand, zudem auch die Werke der Lehrerbibliothek.
Außerdem existiert ein beachtlicher Zeitschriftenbestand, sei es fachbezogen oder fachübergreifend, wie z. B. 25 Jahrgänge des Magazins GEO. Zugleich können Interessierte einen beachtlichen Bestand an CD-ROMs zu zahlreichen Themen nutzen.
Der Ausleihbestand umfasst Vieles, was Kinder und Jugendliche lesen: Krimis, Science-Fiction, Fantasy, Tierbücher, Abenteuerromane und Sachbücher zu allen Themen und für jedes Lesealter. Die Verwaltung des Buchbestandes erfolgt komplett EDV-gestützt.
Leben
Sozialpädagogik
Seit 13 Jahren gehört die Mitarbeit der Sozialpädagogin zum Bestandteil der pädagogischen Arbeit an der Erich Kästner - Gesamtschule. Das Arbeitsfeld der Sozialpädagogin erstreckt sich auf die Bereiche: Beratung, Ganztag und Projekte.
Beratung:
- Probleme in der Familie, mit Freunden, Klassenkameraden, mit sich selbst,
- Konflikte zwischen Lehrerinnen, Schülern und Eltern,
- Zusammenarbeit mit außerschulischen Einrichtungen und Vermittlung dorthin.
Ganztag:
- Beteiligung an Planung und Durchführung des Freizeitbereichs,
- Organisation der Teestube als Offenes Angebot und Schülertreff,
- Organisation und Durchführung von Arbeitsgemeinschaften,
- konzeptionelle und praktische Mitarbeit am schulischen Förderkonzept.
Präventionsangebote zu unterschiedlichsten Themenbereichen:
- Soziales Lernen, Mobbing
- Gewalt unter Schülerinnen, Streitschlichtung
- Mädchen- und Jungenarbeit, Sexualkunde,
- Sucht und Drogen,
- Vorbereitung und Durchführung der Kennenlerntage im 5. Jahrgang.
Das neue Aufgabenfeld, die Mitarbeit in der Klasse des gemeinsamen Unterrichts seit dem Schuljahr 2005/2006, erfordert neue Ideen im sozialpädagogischen Berufsfeld:
- Erhöhung der Akzeptanz der Förderkinder in der Schulgemeinschaft,
- aufzeigen und anbieten von individuellen Fördermöglichkeiten,
- Bereitstellung von erweiterten Lernmöglichkeiten im schulischen, sowie lebenspraktischen Bereich.
Der Ganztag an der Erich Kästner-Gesamtschule
Die Schule verbindet mit dem Ganztag folgende Aufgaben:
- Ergänzung des Bildungsangebots für Schülerinnen und Schüler durch gestalterische, handwerkliche, experimentelle und sportliche Angebote,
- Förderung und Erweiterung ihrer Persönlichkeitsentwicklung,
- Angebote für eine sinnvolle Freizeitgestaltung, auch in Kooperation mit Sportvereinen und anderen Institutionen (Jugendfeuerwehr, Technisches Hilfswerk).
Diese Ziele sollen durch ein vielfältiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften, an denen die Schüler der Jahrgänge 5 – 7 verpflichtend teilnehmen, erreicht werden. Besondere Bedeutung haben in diesem Zusammenhang Arbeitsgemeinschaften, die von älteren Schülern für jüngere Schüler angeboten und durchgeführt werden. Die älteren Schüler lernen in dieser Situation Verantwortung zu übernehmen und eine positive Vorbildfunktion auszufüllen.
Die von Schülern geleiteten sowie die in Kooperation mit außerschulischen Partnern durchgeführten Arbeitsgemeinschaften haben sich als pädagogisch wertvolle Angebote erwiesen, die in Zukunft gefestigt und ausgebaut werden sollen.
Weitere Förderangebote des Ganztages dienen zudem der Sicherung fachlicher Basisqualifikationen, um Bildungsbenachteiligungen abzubauen.
Jahrgänge 5 und 6: Förder- und Forderunterrricht
Förderunterricht wird im 5. und 6. Jahrgang jeweils 2-stündig von den entsprechenden Fach- und Klassenlehrern erteilt. Er findet in Gruppen mit etwa halber Klassenstärke statt. Der Förderumfang beinhaltet die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Die Aufteilung erfolgt nach:
- Fördergruppen zur Sicherung fachlicher Basisqualifikationen und
- Fordergruppen zur Erarbeitung eines höheren Anforderungsniveaus
Jahrgänge 8 und 9: Stützkurse in Englisch
- der Stützkurs ist 1-stündig,
- die Teilnahme ist freiwillig, nach Anmeldung aber für das Halbjahr verbindlich,
- die Adressaten sind Schüler, die Probleme im Englisch E-Kurs haben.
Es zeigt sich, dass diese Förderangebote für einige Schüler noch nicht ausreichend sind. Sie benötigen eine individuellere Förderung in kleineren Lerngruppen. Die Schule versucht, auch für diese Schüler ausreichende Förderangebote zu entwickeln.
5. bis 8. Jahrgang: Lerntechniken
Das Unterrichtsfach Lerntechniken, das vor 4 Jahren eingerichtet wurde, verfolgt folgende Ziele:
Jährgänge 5 und 6
- Erlernen grundlegender Techniken zur erfolgereichen Arbeit in der Schule wie z.B. Schultasche packen, Hefte und Mappen führen, Hausaufgaben erledigen, Arbeitsplatz einrichten
- Erlernen effektiver Lernstrategien, u. a. Lernen mit beiden Gehirnhälften, Lernkanäle und Lernerfolg, „Kopfkino“, Tipps zum Auswendiglernen, Effektiv üben, Lernstoff ordnen etc.
- Erarbeitung weiterführender Lern- und Arbeitstechniken wie Nachschlagen, Vorbereitung auf Klassenarbeiten, Gruppenarbeit, Rollenspiele
Jahrgänge 7 und 8
In diesen Jahrgängen erfolgen z.B. Unterrichtseinheiten zu den Themen sinnerfassendes Lesen, Texte verstehen und zusammenfassen, Lösen von Textaufgaben in der Mathematik, Mind-Mapping Referate, Arbeit mit dem Wörterbuch English G2000
Eine Arbeitsgruppe zu diesem neuen Unterrichtsfach baut fortlaufend Erfahrungen, die Kollegen in der Alltagspraxis sammeln, in das Konzept ein. In den ersten beiden Jahren profitieren insbesondere diejenigen Kinder, deren Lernen und Arbeiten von den Eltern kaum oder gar nicht unterstützend begleitet wird, von den Lerninhalten des Faches.
Für die Jahrgänge 9 und 10 ist ein weiterführendes Konzept bereits ausgearbeitet, über dessen Einsatz im Verlauf dieses und des nächsten Schuljahres entschieden wird.
Hausaufgabenhilfen und Betreuung am Nachmittag
Dieses Angebot dient dem Abbau von Bildungsbenachteiligungen und gewährleistet eine gesicherte Nachmittagsbetreuung der Kinder. Zu den Angeboten gehören im Einzelnen:
- Schüler helfen Schülern - eine Veranstaltung der SV
- - 2 - 4 Schüler werden jeweils von einem älteren Schüler (ab 10. Jahrgang) bei ihren Hausaufgaben und ihrer Vorbereitung auf den Unterricht unterstützt.
- - Das Angebot findet dienstags und freitags von 13.20 Uhr bis 14.20 Uhr statt.
- - Es richtet sich an Schüler der Jahrgänge 5 und 6.
- - Die Gruppen werden von einem Lehrer beaufsichtigt.
- - Die Teilnahme ist freiwillig und ist mit einem geringen Kostenaufwand zur Entlohnung der älteren Schüler verbunden.
- Der gesicherte Ganztag
- - gesicherte Betreuung durch eine Lehrkraft oder Sozialpädagogin auch bei Unterrichtsausfall bis 15.45 Uhr
- - das Angebot findet montags, mittwochs und freitags statt
- - es richtet sich an Schüler des 5. und 6. Jahrgangs
- - beide Angebote werden gut angenommen. Die Schule versucht aber den Anteil der Schüler, für die diese Veranstaltungen konzipiert sind, noch zu steigern



