Oberstufenkurse Biologie untersuchen den Brandbach
Im Mai waren die beiden Biologiegrundkurse des 12. Jahrgangs zusammen mit ihren Lehrern, Herrn Jasper und Frau Gießelmann, im Biologiezentrum Bustedt um Fließgewässeruntersuchungen durchzuführen.
Nach einer Einführung durch die Mitarbeiter der Station zu allgemeinen Grundlagen von natürlichen Gewässern und der Untersuchungsmethodik verließen die Gruppen den Seminarraum und machten sich mit verschiedenen Gerätschaften und Untersuchungssets in Richtung Brandbach auf.
Am Bach wurden verschiedene Arbeitsgruppen für die unterschiedlichen Untersuchungen eingeteilt. So beschäftigten sich einige mit der Erfassung der geografischen Daten, wie der genauen Bezeichnung des Untersuchungsortes, der Luft- und Wassertemperatur und dem Ausmessen der Breite des Baches und der Feststellung der Fließgeschwindigkeit. Andere Gruppen untersuchten den pH-Wert des Wassers, die Leitfähigkeit, den Nitrit-, Nitrat- und Ammoniumgehalt oder den Sauerstoffgehalt. Alle Messdaten wurden sorgfältig in einem Untersuchungsprotokoll festgehalten.
Anschließend rüsteten sich die Gruppen mit einem Sieb, Federstahlpinzetten und Probenbehältern aus und sammelten Lebewesen am Bachufer aus dem Schlamm- und Wurzelbereich der ins Wasser hineinragenden Pflanzen. Auch die Bereiche unter Steinen und hinter den Kolken wurden durchsiebt und die Lebewesen im Probenbehälter gesammelt. Nach ca. 2 Stunden am und im Wasser waren ausreichend Organismen für eine aussagekräftige Untersuchung zur Gewässergüte zusammengetragen. Im Seminarraum wurden die Organismen dann mit Hilfe einer Becherlupe bestimmt und sortiert.
Anschließend wurden die Organismen jeweils einer Gruppe gezählt und die Werte aller Gruppen in ein Untersuchungsprotokoll eingetragen. Nach Überlegungen zur Aussagekraft von chemischen oder biologischen Indikatoren wurden die gesammelten Werte in ein gemeinsames Feldprotokoll und ein Tabellarium zur Berechnung des Saprobienindexes aufgenommen. Nach der Berechnung konnte festgestellt werden, dass der Brandbach einen Saprobienindex von 2,16 aufweist. Dies entspricht einer Gewässergüte von II und bedeutet mäßig belastet.
„Gewässergüteuntersuchung“, das war am Ende des Projekttages für die Schülerinnen Schüler nun kein leerer Begriff mehr. Alle nehmen die Kenntnisse über Untersuchungsmethodik, -duchführung und –auswertung mit in den Schulalltag.
In dieser Hinsicht haben sie wertvolle Informationen und Wissensbausteine für eine gute Vorbereitung auf das Zentralabitur sammeln können.